Die Segelschifffahrt der Klasse 7/8 der Parzivalschule
Am 05.06.2010 stach die Klasse 7/8 der Parzivalschule mit dem Traditionssegler Fortuna von Kappeln in der Kieler Bucht aus in See. Wir, insgesamt 20 Schiffsmatrosen, darunter 17 Kinder, Frau Grund und Herr Wagner als Lehrer und ich als begleitende Mutti wollten mit der 4köpfigen Schiffscrew unter Leitung von Kapitän Carsten in 7 Tagen die dänische Ostsee besegeln. Am Sonnabend Abend kamen wir nach langer Zugfahrt mit vielen wichtigen + nützlichen Dingen im Gepäck, wie Schlafsäcken, Ölzeug und jeder Menge Lebensmittel im Hafen an. Gleich am Sonntag früh wurden wir in drei Gruppen eingeteilt: die Vorsegelgruppe, die Hauptsegelgruppe und die Besangruppe. Alle mussten hellwach sein, denn es gab eine Einweisung an den jeweiligen Segeln und wir mussten uns schnell die wichtigsten Begriffe, wie Backbord, Steuerbord, eine Halse oder Wende fahren merken und die ersten Griffe beim Setzen der Segel, Knoten legen und Leinen klar halten einprägen. Dann legten wir auch gleich ab. Es ging vom Hafen aus auf die offene Ostsee hinaus.
In den kommenden Tagen hatten wir alle Hände voll zu tun, beim Auslaufen hieß es Segel setzen, mehrmals am Tag wurde gewendet oder gehalst und am Abend wieder die Segel eingeholt. Jeder hatte seinen Platz und alles musste rasch und mit viel Power in den Armen ablaufen. Von der Vorsegel-gruppe wurden große Kletterkünste verlangt, sie setzten im Klüvernetz die Segel. Die Hauptsegelgruppe bestand aus großen kräftigen Jungs und Mädels, die das Hauptsegel hochzogen. Am hinteren Segel, dem sogenannten Besansegel, musste ebenfalls mit vereinter Kraft das Segel gesetzt werden. Wir segelten zur Insel Lyö, Skarö, durch den Svendborg Sund zur Insel Langeland, um diese herum zur Insel Aerö und erreichten am vorletzten Abend Marstall. Und schlussendlich fuhren über die deutsche Ostsee unter Dieselantrieb zurück nach Kappeln.
Außerdem bildeten wir in der gesamten Zeit 3 Wachen. Dabei war im Wechsel immer eine Gruppe für die kalten Mahlzeiten, das hieß Frühstück und kaltes Mittag bereiten, eine Gruppe für die warme Mahlzeit, also Abendbrot bereiten, und eine Gruppe zum Klar Schiff, das hieß Deck schrubben, Toiletten reinigen und die Stammcrew mit heißen Getränken versorgen, eingesetzt. Außerdem hatten wir alle damit zu tun, jeden Tag eine große Menge Mehl zu mahlen, um unser eigenes Brot zu backen.
Wir Erwachsenen waren sehr erstaunt und voller Stolz für unsere Kinder, denn alle packten mit an. Wenn früh um 8.00 Uhr alle mit knurrenden Mägen im Laderaum erschienen, war bereits ein leckeres Frühstück von einer Gruppe bereitet, am Abend verblüffte dann die jeweilig diensttuende Gruppe mit Hilfe von Herrn Wagners Kochkünsten mit immer wieder neuer Kreativität im Zusammenstellen von verschiedenen Gemüsesorten. Selbst die Stammcrew war aufs Höchste begeistert. Die Stammcrew freute sich über die Wissbegierigkeit der Kinder, so dass sie gern über Kartenkunde, Kompasslesen uvm. Auskunft gab und sogar interessierte Kinder selbst am Steuerrad stehen durften.
Am Abend trafen sich kleine Grüppchen zum Singen und Gitarrespielen mit Paolo, zum gemeinsamen Fußballspielen an Land mit Andreas oder zum Schlendern an Land.
Für mich persönlich war es erstaunlich, wie vieler Hände es bedarf, um so ein Schiff in Bewegung zu versetzen und dass alle mit dazu beitragen mussten. Alle waren mit großer Begeisterung dabei, es gab immer Kinder, die sich zu zusätzlichen Arbeiten meldeten. Und alle Kinder waren sich nach der Fahrt einig so eine Fahrt wollen wir noch mal tun. Unsere Kinder sind in der Zeit zusammengewachsen und haben neue Freundschaften geschlossen.
Jeder hat gelernt, dass ein Gelingen der Fahrt nur möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen. Es war eine tolle und erlebnisreiche Woche und sollten wir mit unserem Beitrag Interesse geweckt haben, dann schaut doch mal nach unter www.mignon-segelschiffahrt.de
Mandy Seifert (Mutter)
