»Lust auf ein Abenteuer?«
Die Segelfreizeit der DMSG Hamburg
Die Reise auf der Fortuna war das schönste Abenteuer auf das ich mich je eingelassen hatte.
Wir sind mit 18 MSlern und 4 Crew-Mitgliedern von Kappeln durch die Schlei in See gestochen und dann durch die Dänische Südsee gesegelt.
Wenn schon ein Abendteuer erleben dann schon richtig hatte ich mir gesagt und mich spontan für einen Schlafplatz in der Hängematte über dem Esstisch entschlossen. Die erste Nacht war recht ungewöhnlich und dann war es einfach ein tolles Gefühl. (Wieder zu Hause im Bett angekommen, habe ich die Hängematte sogar vermisst.)
Das Leben an Bord hatte viele Herausforderungen für mich parat. Ich hatte mich zur Vordersegler-Gruppe einteilen lassen und musste somit nicht nur das Focksegel hissen, sondern auch ins Klüvernetz klettern und den Innen- und Außenklüver sowie einmal das Jagersegel aus- und einpacken. Dafür war es von Nöten, den Klüverbaum bis nach ganz vorne zu erklimmen. Den ersten Tag konnte ich dies vor Angst noch nicht genießen. Aber was soll ich sagen, die nächsten Tage bin ich sogar freiwillig zum sonnen ins Klüvernetz geklettert und konnte beim erklimmen des Baumes sogar die einmalige Aussicht über die Fortuna genießen.
Als Carsten (unser Kapitän) fragte, wer mal das Schiff steuern möchte, war es für mich keine Überlegung, ich meldete mich sofort. Was ich feststellen musste, ein Auto zu steuern ist sehr viel leichter als so ein großes, schwerfälliges Segelschiff wo man nach vorne nichts als die eigenen Segel sieht. Die Erfahrung möchte ich nicht missen.
Abenteuerlust hin oder her, damit ich in den dunklen und engen Ankerkasten runter klettere um die Ankerkette ordentlich aufgereiht hinzulegen, brauchte die Mannschaft doch etwas Überredungskünste. Aber einer muss es halt machen, wenn man vor Anker gelegen hatte und ich wollte ja alles kennenlernen (selber Schuld).
Auch die Ankerwache in Zweier-Gruppen (jeweils für zwei Stunden) war ein Erlebnis wert. Wir hatten einen wunderschönen klaren Sternenhimmel und Sonnenaufgang.
Außer den vielen Herausforderungen und Arbeiten die an Bord anfielen, hatte ich auch eine sehr lustige Zeit mit netten Leuten, die mir in der einen Woche sehr ans Herz gewachsen sind. Mann hatte jederzeit jemanden zum Klönen, Lachen oder zum Austausch.
Am letzten Tag war noch eine Feuerübung vom Kapitän angeregt worden, die für alle Man an Bord in einer kräftigen Wasserschlacht endete. Ein riesen Spaß, man fühlt sich wieder in die Kinderzeit zurück versetzt.
So manches an Bord ist weit entfernt von jeglichem Komfort, aber wer einen etwas anderen Urlaub sucht findet ihn auf der Fortuna. Allerdings muss man bereit sein mit anzupacken, den eigenen Kräften entsprechend. Es gibt auch einfache Arbeiten an Bord, die täglich erledigt werden müssen.
Für mich und viele andere Teilnehmer war es eine wunderschöne Zeit, die wir gerne verlängert hätten. Für jeden zu empfehlen, der ein wenig Abenteuer sucht sowie liebt und sich nicht nur an Deck sonnen und bedienen lassen will.
Sylvia S.
